Ein-(mache Dir ruhig Gedanken)-Entwicklungsroman

 „G r a n a t a p f e l“

Ein Entwicklungsroman – (emotionalseitig)-impressionistisch.

– – –

 

Granat Deckblatt

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Rossi_Sief

 

VORSPIEL:

Ich musste, „damals“ wegen der allseits herrschenden Umständen, in italienischer Sprache maturieren – und da das mein am ehesten gemochte Fach italienische Literatur war, sage ich, als Hommage an Dante (Alighieri), dass ich in Persona aus einer Zeit jetzt schreibe, die ich die der Hälfte meiner Kraft zu nennen pflege, frei komponierend um vielen Dingen und auch aus meinem Leben und um meinen ungeheuren, bewussten und unbewussten Fortschritten.

Ich habe, oh ja, die Welt erobert und beherrscht, den einen Teil aber nur, der meine Welt nun darstellt und der in der noch verbleibenden Zeit, mir nur mehr die Hälfte meiner Lebensweise, der Freuden, und was auch immer noch gönnen wird.

Hommage an Dante Ende…

…und jetzt eine Konkave,

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 damit alle die ermüdeten Knochen – nach all den Rollenbesetzungen – darin wieder einen festeren Stand verliehen bekommen, während sie sich hinters Lenkrad pressen.
Komisch – und komisch fühlt sie sich an, diese Hockstellung; schwierig auch das Gaspedal zu finden.
Die Bremse, die wusste ich immer schon wo sie war.
Und schaffte es bis zum Supermarkt.
Da fasziniert mich keine Geschichte. Du hast mir viel besser gefallen – aber Schönheit ist vergänglich.
Eine Weile kann man Kurs halten, vier Wände verschaffen doch ein Ziel – mit Brenn-und-Heizofen und Abendbrottisch; Gymnastikübungen der Seele später, vorher auf allen Vieren sprechen „Heidi-Damm-DiDei“ und das Glück sollte scheinen wie perfekt.
Ich sabbere, weil ich mich mit der zu heißen Suppe vertan habe.
Ich brauche Englisch, ein Sprachunterricht wäre gut.
Könntest Du etwas leiser sprechen, beim mir den Kuchen rüber reichen?
Denn mit geschlossenen Augen, gerade wo anders seiend, lasse ich meinen Finger am Rand des Weinglases kreisen.
Oh ja, ich liebe Dich – wenn auch_jetzt_lethargisch … finde ich_jetzt_eine Rosine, die mein ganzes Mitgefühl erntet.
Intimität.
Immerwährende Geburtsstunde des Täglichen.
In Liebe.
Wo ist denn eigentlich der beste Freund?
Vom Stricknadelngeklapper geweckt, entwöhne ich mich vom Garn der Beziehungen? – go go Stiefeln stehen dort noch im Flur.
Das Nähkästchen zeigt Hoffnungen die noch offen.
Wer Recht hat, weiß ich nicht: ihr “die anonymen Augen“ immer.
Und über Freundschaft sprechen.
Alle die Nachnamen kenne ich nicht mehr.
Der beste, der erste, der zweitbeste, der alte Freund, der liebste, der gegangene… und Platon.
Freikirchengottesdienste, Glaubensinhalte, Gesichtsbilder und selbstverständliche Zukunft stimmen mich für kurze Zeit friedlich.
Bedeutet das konkret: habe ich keine Trotzphasen mehr?
Riskiere ich, mich zu bekennen? – mit dem Blick auf eine Zukunft, die eine vage Vorstellung bleibt in einem Becken aus Gold? – mit lauwarmem Wasser darin?
Es kreischt jemand – und es riecht nach Restalkohol hier rundherum, nicht alles, aber zu vieles: ein Umfrageproblem und kein Widerspruch, aber unangenehm sich immer ums anders sein rechtfertigen zu müssen.
Es ist besser, ich gebe meine Ernsthaftigkeit in dieser Situation auf.
Wie viel belüge ich mich selbst? – und welche/wessen Träume lebe ich?
Gravitationswellen und Wahl-Lawinen also – und gefundene heute sieben…Erdähnliche Planeten.
Astronomisch…
wie unsere Zustimmung, wie alle unsere Entscheidungen, gemessen zwischen Individualität und den vielen Konnotationen, die eine echte, modellhafte, repräsentative Demokratie ergeben.
Astronomisch wie unsere Gedanken, die eingebauten im Selbstmodell, das einer Selbsterfahrung gleicht.
Erbsen in der Hülse also.
Man schreitet eine Front ab … und guckt, fein säuberlich, mit geputzten Schuhen, ob man nun sofort umziehen muss oder sollte, weil eine Kollision, der Ursprung dieser, dann doch kleinen, Erkenntnis ist, wie die, beim (nach)denken was passieren könnte, wenn ein Stein (oder zwei) in einen seichten See plumpst und man sie d a n n sieht – die Wellen.
Des gesamten Raumes ist man sich allerdings nicht mehr ganz sicher.
Entwicklungsstand: Wandelbarkeit einer Illusion.
Im Alltag weiterhin aber dumpfe Unzufriedenheit.
Hörst Du in diesem Moment Geräusche?
Ist das Unglaubliche die Wirklichkeit?
Ein Fuhrwerk rollt bergan; dann die Berichte und das Winken.
Von dem Gebräu der Ehre der Empiristen, vielleicht mit weißem Moselwein oder einem erlesenen aus der Wachau begleitet, koste ich mit der Fingerspitze einen Kleckser.
Dolmetscher übersetzen und man trägt die Vorspeise auf, aufpassend, dass man nicht gerät in eine solche Erregung, die den Frack wieder in die Knie zwingen könnte.
Ein Traum schläft aber nicht.
Einzigartig ist nur das Handeln gegen die Normen.
Wenn die Grundlagen allen Wissens philosophisch uninteressant sind, muss ich dann fragen: was tragen Gravitationswellen zur Vielfalt des täglichen Lebens bei?
Sind Lügen auch Wellen?
Soll ich mir selbst was abkaufen??
Klageton im Wurzelholz, gekachelte Vokabeln, als würde mich alles langweilen und reizen.
Wellen über Wellen das Leben als Ganzes, beziehungsweise Teil eines größeren Ganzen betrachten.
Ab wann ist es zu spät?

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GRANATAPFEL
Ein Entwicklungs-Roman –(emotional-seitig) impressionistisch.
© Ivo Rossi Sief

Anfangsseiten – Stand: 14.09.2017

Aus der Wissenschaft und Astronomie:
im Zentrum der meisten, womöglich sogar aller Galaxien befinden sich Schwarze Löcher von gigantischen Ausmaßen – sogenannte supermassereiche-Schwarze Löcher.
Die Entstehung und Evolution dieser „innen-Giganten“ ist eine offene Frage der Forschung. Wachstumsphasen lassen sich aber auch beobachten.

Zitat aus dem Studium der Psychologie:
„Ein Mensch ist gleich einem energiemäßig abgeschlossenes System (fast). Die menschliche Aktivität ist immer auf die Verarbeitung von Energie zurückzuführen; da ein abgeschlossenes System vorliegt, geht Energie für das eine immer auf Kosten der Energie für andere Aktivitäten.“

Wenn ich von mir, Emìle, hier erzähle,

dann ist das Sagen hier nicht über einen der auf Welt große Dinge oder herausragend Wichtiges vollbrachte und viel erreichte, sondern über einen, dessen Sein und Werken grundsätzlich im Ringen um Akzeptanz, Anerkennung und, ja, Berechtigung, die Motivierung/Motivation für sein Tun fand – und also auch die Aura seines Wirkens von diesem Drang sehr oft die Färbung abbekam; in Sache Berechtigung gar schon in seiner Geburtsstunde, wo er um ein Haar nicht lebend auf die Welt gekommen wäre.
War ich folglich ein Schwächling?
Nein, ein Kämpfer; um alles hatte ich zu kämpfen, vieles habe ich hart erkämpfen müssen und für alles dachte ich kämpfen zu sollen – und tat das akribisch, wenn auch mitunter manchmal mit dem Prädikat Übertrieben.

Ich trage – zu einem Teil – einen italienischen, nein, den alleritalienischsten Familiennamen; dadurch war es für mich im Gefühl so, dort wo ich – in der unmittelbaren Nachkriegszeit und sprach(en)bezogen in der Konstellation seltsam belasteter Gegend – aufwuchs, groß, sozusagen reif wurde und viele Jahre in Folge lebte, dass seit allem Anfang, alles was ich tat, eine öffentliche Beleidigung darzustellen hatte – anstrengend, das.

Diesen Namen trage ich entsprungen im Sippen-Eierstock, aus einer „Bürgerliche gepaart mit Adeligem“ Bettgeschichte, diese Sippe aus der „Kinder Maria Theresias, Sissi’s“-und-Altösterreich Gegend, die in den steilen Wiesen und Hängen mitten in den dann später umstrittenen, umkämpften, Bergen, von wo man in Triests und auch Venetiens Richtung, weit in die Ferne, blickt – eine Restrealität, diese.

   Ich Emìle also, kam „aus dem Wald“, aus einem engen Tal also und lebte folglich, weil meine Eltern dahin übersiedelten, an einem Ort wo auch da nicht mehr „alle auszuwandern“ hatten.
Ich verblieb, da war ich  ja Kind und Minderjähriger, in dem Dorf mit breitem Dialekt, wo bei steigernder Nachfrage um Zimmervermietung, eine rege Mission-Tourismus-Aktivität im Entstehen war.
Es war schon immer ein deutsches Dorf, mit Ausnahmebescheid später; eine deutsche Gegend und Region im Staat Italien; mit einem Kirchenglockenklang á la gelobt sei Jesus Christus, strahlte rundum noch nichts Wirtschaftskompetenz aus, es gab nichts Spektakuläres zu erwarten, alle waren aber aufs höchste neu-gierig und durch das traditionsgemäße Knödelzubereiten in den Familien gab es das Restbrotproblem nicht.
Weizenmehl, Weißbrot und Semmeln waren wie spirituelle Bedürfnisse.
Kaum etwas war illegal, oder ungesetzlich.
Die Zeitkritiker hatten schwere Balken an den Grenzen gesetzt, somit war jede Eigenart deutlich und betoniert geschützt.
Ob mit Empathie, wollüstig-neugierig oder ach schau wie nett oder so, in meiner Kindheit rein oder herum stochern will bewusst nun unterlassen werden, das ist Intimbereich und will diskret so belassen bleiben, weil es auch bei Gott nicht interessant ist, bei der Art dieser Geschichte, jetzt in Stolperer und Verfehlungen beim Prägungsprozess und den Folgen dieser sich zu suhlen.
Ich, das sei gesagt, brauchte ziemlich lange, um über Gesellschaft und Fruchtbarkeit was zu erfahren, denn die Zeiten in die ich hineingelegt wurde und meine Eltern in der Tat noch keine Aufgeklärte und Wind und Staub wirbelten auf den zum größten Teil noch nicht Asphaltierten Straßen.
In so einem Zustand als Kind Gelehrsamkeit aufzubringen, war mit übergroßer Neigung zum Fragenstellen und mit Anstrengung verbunden.
Zu erzählen ist über mich, dass ich als Kind unendlich viele Stunden verzaubert verbracht habe; nicht dass dies eine große Sache gewesen wäre, aber eine Rege Neugierde hatte ich, ja, an den Tag gelegt – und viele Reisen zum Gesundheitssprengel, weil ich, hypersensibel als Wesen und sehr zart von Konstitution, nicht gerade also ein gesundheitsstrotzender männlicher Muskelprotz war.
Ich hatte als Kind ein Herzfehlerrheuma mit mir, das bis zum 16. Lebensjahr, herum zu tragen – und die vielen einsamen Stunden, Tage, Jahre, die wo ich nicht wie die anderen (Buben) sie auf Schnee, oder hinter einem Ball, oder ähnlich anderer solchen entwicklungsüblichen Etceteras, den ganzen Tag verbringen konnte oder durfte, machten mich zum regen frühen Grübler und Phantasierer.
Gelbe Blumen, die frühen Wiesen prall gefüllt also mit blühenden Löwenzahn, die Wandlung des diesen zur Pusteblume und der fleischgewordene Gott waren für mich, mit dem Butterbrotpapier auf das ich mit Tricks zeichnete, wichtige Dinge, die mich in den Zustand des Versonnen Seins versetzten.
Abends lief im Wohnzimmer einer der ersten erwerbbaren Fernseher, mit Programm Rai.
Theorien über Kekse und der Chaos zwischen meinen Eltern in ihrer Beziehung, hatten sich in viel der meinen Zeit, zu der Zeit, eingedrückt; über Beziehung zwischen Eltern und Kinder gab es in der damaligen Zeit schnurstracks einfach nichts zu diskutieren.
Ich sagte freilich auch nie ein aufmüpfiges Wort – und hatte einmal zugesehen, wie das gelegte Ei meiner Wellensittiche aufsprang, um ein Küken freizugeben, das gar lebte, das drei Wochen lang, dabei das, so war wie Mystik verbreitend; es gab auch eine Hilde die auf mich aufpasste und für mich kochte – eine Familie im ständigen Einklang war sozusagen somit die unsere einfach nicht: es wurde in den Räumen eher Saueres verteilt.
Manch ein Kind springt bei sowas vom Stuhl, ich wollte mich rückwärts aus diesem Zustand winden, beschloss also eben krank zu werden.
Vorrecht oder Zumutung?
Nein, Schmoren mit zurückgeschraubter Hörfähigkeit um der der Sauermachern Sauermacherei zumindest manchmal Paroli zu bieten, dieser was gegenüberzustellen.
Ansonsten hatte ich nicht sehr viel zu sagen.
Ein grüner bunter Chaot wurde auch ich in mir drinnen – und mit den Küchenstühlen baute ich mir eine Welt, wenn die Prioritäten wollten dass ich alleine war; bei Gott da war sehr oft.
Wie, diese Form der Liebe als Unterdrückung?
Sind wir nicht fast alle Kinder oder Opfer des Grolls, der Enttäuschten Freuden, des aufgezwungenen/auferlegten Mitgefühls, gebunden(gebündelt?) diese im Zuhause – ja wir sind es, ja ich wars.
Wie diese Spannung lösen?, die sich bei mir als Gelenkleiden festsetzte.
Also war ich diesen meinen ganz frühen jungen Jahren bereits gerne ein kleiner Geistes-Jongleur, ich hegte seltsame Ideen, erfand eigenwillige Assoziationen – ich schrieb bereits Gedichte … und fand, die vielen Obstbäume in den Gärten und Gemüsegärten der ländlichen Umgebung vom Fenster aus betrachtend, dass man sich fühle, dass ich mich fühlte, in diesen Jahren der sehr frühen Jugend, eben in diesem Stadium, wie ein – so sage ich heute über damals – Produkt der Modifikation – und ich phantasierte gerne zu diesem Thema, zwangsläufig, denn ich hatte einsam im Zimmer viel Zeit dafür, also wegen der Optik die sie mir boten um das Wesen der Früchte: Pfirsich oder Kirsche oder Aprikose; Hesperidium oder Zitrusfrucht, Beere zu deren Bedeutung – Traube oder Wassermelone, Tomate, Apfel, oder Birne und so weiter – – und… Blüten bestäuben.
Ich war überzeugt, wie ich heute über mich sage, dass das, aus Veranlagung, wie etwas im Bereich des Abtrennens für mich aussah und des Wachsens, denn den Früchten gleicht, so beobachtete ich – wie ich es auch aus den eigenen Transformationen spürte – dass sie sich im Laufe des Lebensprozesses tiefgreifend verändern: Umwandlung und dann die Unterscheidung – diese haben großen Wert im Prozess der Identifikation und Individualisation, nicht nur aus Psycho-beziehungsweise-Phylogenetischer Sicht – wenn man als Mensch und Kind sich in diesem Zustand noch befindet, so sehe Ichs heute und weiter, ist man lose an der Wand des Lebens, auf keinen Fall bereits frei weil unter Beobachtung – ein sozusagen Buschwindröschen, noch isoliert.
Es war fürwahr dies sehr lange her.
Von solchen sozialen und politischen Friedhofsstimmung-Katastrophen wir Poliklinik-Politik, Sanatorium-Wirtschaft, Macht-Fettleibigkeit und andere der solchen, der Phantasie seien keine Grenzen gesetzt, hatte man absolut noch keine blasse Ahnung; diese stellten sich ein, im Laufe der kommenden Jahre, die eben andere Zusammenhänge und Bedeutungen erhalten würden, als die Tage und Zeiten die gerade für mich sympathisch waren und eine „nichts wird mehr Gefährliches kommen“-Selbstverständlichkeit innehatten.
Versucher in der Wüste gab es nur in der Sonntagspredigt und erst einige kleine Finanzkapitalismus Initiationen, kein Schulsozialarbeiter oder Projektleiter im Ökosozialbereich; die Welt empfand man, so wie ich damals, als heil.
Man ahnt, schon beim dies Lesen, dass Nähe und Abstand für mich mit emotionaler Beteiligung zu tun hatten und (noch) nicht mit Flucht und Waffenarsenale: ich übte gerade fest, eine nicht in die Irre führende Beziehung zum Sein und zur Notwendigkeit von Poesie und Kunst … und Magie im Leben.

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In meinen Augen war Leben immer – wie ich ab dem Moment wo ich das 17. / 18. Jahr Alter erreichte pflegte zu sagen und tue es heute noch – in neutraler Gemütsverfassung betrachtet, im Grunde eine Art Stipendium, der Kognition, oder des kosmischen, auch metaphysischen, so gesehen auch genannt gottgeschenkten Bewusstseins, also der Existenz, diese meistens eine übertragene, eine überlieferte, kaum integrierte, eine geprägte, also irgendwie eine gegönnte, und so weiter, eine mitunter wenig Bohemien hafte, oft eine also kaum originelle; eine kalte „hier oben in den Bergen“, aber auch anderswo… – überall, wo auf der Suche und mich sehnend nach „den reinen Formen“, den goldenen Schnitt, oder anderen Dingen, ich mich eine Zeit lang aufhielt, oder gerade aufhalte.

Es war zum Beispiel September damals im Jahr soundso des meinen frühen Erwachsenseins, als ich, um heftige Einflüsse zu finden, diese ja suchend, die Reisen zu multiplizieren begann und hatte dann, nach diesem ersten Ausbruch in die bewusste Selbständigkeit, der Muse der Kreativität hinterher rennend, weder Holland (wo ich, da war ich gerade zwanzig, zum Beispiel Theo Wolvecamp, Mitinitiator der weltbekannten Künstlergruppe „CoBra“, und Fritz Pitz, Fotograf der Promis, damals und für mich freilich „ wichtige“ Menschen, in Hengelo, im Süden dieses Landes, besuchen durfte) sowie auch nicht den unsteten Fluss der Gefühle verstanden, geschweige denn überwunden.

   Später bin ich dann, ja, Autor, Maler, also Allgemein-Bezeichnung-Künstler „geworden“; aufmüpfige Kunstszenen und moderne Manipulationsfähigkeit mochte ich aber nie und mag sie nach wie vor nicht, richtige Kunstaffären also hatte ich anfangs noch nicht, ich war auch nicht in Wien geboren, sondern, ja, auf beziehungsweise mitten in den Bergen, Haustore zur Oper, Studiobühnen und feine Galerien kannte ich freilich auch noch nicht – das kam dann später.

Wie man neue Bekanntschaften macht, wollte also in den Anfängen von mir erst gelernt werden, auch wenn die bereits schon am Burgtheater recht gut platzierte Schauspielerin, als ich paar Tage auf Schnuppertour in Wien war, mich in eine Schweiz Flucht auch mal mitnahm, das Gefühl aber war in der Folge, das eines üblen Tricks, da ich gesammelt wurde, wie verfügbares Gut oder kleine seltene Münze.

   Manche Rahmen des Lachens und Lockens einer Zeit bekommen einem unter Umständen nicht – man nimmt also den Besen und kehrt; weil man ganz in sich drinnen doch überzeugt ist, dass man schon Verantwortung übernehmen müsse.
(…)
In der Zeit der späteren Jugend, also des frühen Stadium des Erwachsenseins, kommt für jeden (mehr oder weniger) unweigerlich der Moment, wo die Existenz drängt, plötzlich und unaufhaltsam, eine ernste Sache werden zu sollen: es wird einem klar, dass Impulse und Film Form annehmen müssen, von Huren und Heiligen (unter anderem) hält man nichts mehr, beziehungsweise kaum (mehr) was.
Ich, beschloss deshalb in meinem Leben, mich hinter einem Schatten, einer vollständigen Abdeckung, gar Sonnenschutz zu verstecken, ich, der angeblich mit so vielen Talenten anscheinend beschenkt war (und bin) – mit dem Korrekturstift, der Feder, den Pinsel der gerne geleuchtet hätte ein ersehntes perfektes Ergebnis anpeilend; antiallergisch in der Wirkung das alles allerdings, und duftlos oft.
Meine innigste Neigung war aber vom allen Anfang an die Äpfel vom Zweig zu schütteln, überzeugt das mir bevorstehende Leben überraschend und deutungsvoll gestalten zu können, also um die Zukunft nicht bange zu sein.
Wie man es in jedem Elternhaus will, war ich verlässlich und verfügbar; was auf den ersten Blick wie ein Vorteil erscheinen mag, verpassen tat ich in Folge dessen aber auch – zunächst – jegliche „Ernte“, und es gelang mir so, einfach nicht zum unmittelbar en Leben die passende Saisonalität zu finden, wie, in der Vorstellung, junge Zucchini frisch vom eigenen Gemüsegarten an Weihnachten.
Menschwerdung und Weihnachten haben was gemeinsam.
Menüs vorbereiten heißt es an Weihnachten – und die Menüs des Lebens vorbereiten gilt es in der Jugend ebenso, unter dem Motto „Organisation“.
Man versucht sich zu fokussieren, oder man probiert sich zu konzentrieren, auf das Leckere des Leben-Essens.
In der noch Jugend-Unreife sollte dieses Essen (aber) vor allem schnell und einfach sein.
Und wie?, die Rosen der Zucchini, diese an Weihnachten im Handumdrehen?; eine seltsame Vorstellung, wenn auch ein sehr einfaches Gericht: waschen und dünn vertikal geschnitten das Leben, in einer Pfanne erhitzt um es zu grillen und nie abkühlen lassen – mit einem scharfen Messer, abhängig von der Breite der Lebens-Streifen, ändern die Größe und Menge der Rosen zu erhaschen, als wäre das Leben irgendetwas in Blätterteig?
In der Mitte des Existenz-Streifens sich dann platzieren, so denkt man in seiner Einfalt, und der Teil hinter der Schale sollte leicht ein bisschen salzig sein, in ein wenig Öl.
Das ist perfekt, … aber nur – erst eigentlich später – für Drinks unter Freunden.
Ich eilte – also auch, also ein wenig später – oft mit der Phantasie, um mir das frische Gemüse vorzustellen; und sie sanft pressen mit den Fingern, stellte ich mir vor, und mich gut an den Rosen halten, sie legen in die Form zum Backen, meinte ich, muss eigentlich den schärfsten Sinn geben.
Gut… schaffte ich es nicht zu verwerten, das gefundene Gemüse – und als es im vorgeheizten einmal bereit war, lies ich alles abkühlen, kaum eine Mahlzeit genießend.
War äußerst kompliziert seltsame Zeit für mich ja, die der Jungen Jahre.
Nachdem ich die Schulvorstufen ohne Auffälligkeiten hinter mich brachte, absolvierte ich folglich mein erstes Studium – zwischendurch in diesen Oberschuljahren kurz dürftig – so, dass ich die Bezeichnung Ingenieur eines technischen Metiers in den Händen hielt.
Das war wann es war – und es war ein Dienst an den Eltern.
Ich hatte alles andere als eine hässliche Fratze – und eine recht schöne röhrende Stimme, die, obwohl ich kaum ins Publikum zu schauen pflegte, mich über mehrere Jahre zum (Lead)Sänger einiger Pop&Rock-Bands meiner Region werden ließ.
Was dabei rausschaute war ein Sieg, mit Pokal, beim Studenten „Festival“, heute Song Contest, und bis auf vielen Unterhaltung Auftritten zum Geldverdienen, nicht recht viel mehr, mehr nicht, aber die Bühne war damals mein Alliierter, beim Kaschieren beziehungsweise überwinden der spätpubertären Komplexe, das ja.
Mit der Karriere im Metier der Technik wurde nichts; eim Suchen einer Erklärung dafür ist es unnötig jetzt Dramaturgisch zu werden, es entsprach, dieses Fach, dieses Metier, einfach nicht meinem Drang nach Kreativität.
Mit dem Abiturdiplom in der Hand, stellte ich mich aber ein paar Jahre der Aufgabe als Sprachlehrer, Fach Italienisch.
Die Erfahrung war, ich hatte ja auch Beat langes Haar!, auf jeden Fall und vor allem für die (Mittel)Schüler die ich unterrichtete eine Schöne – ich hätte zum Lehrer mit experimentell-alternativen Methoden Talent, gar große Fähigkeiten gehabt.
Ich musste aber weiter – es zog mich fort, ein noch nicht zu definierendes/nicht definierbares Locken und Rufen folgend.
Also fand ich kurz drauf, im ersten Impuls, Respekt für architektonische Arbeit.
Wie ich an dem Ding gedreht habe?
Zeit war für mich noch relativ, die damalige faszinierend; ich war überzeugt, dass in wenigen Minuten alles passieren kann; aber ich spürte auch die Dringlichkeit der Tage und sämtliche Traumräume wurden abrupt durch eine gewisse Entscheidungsgeschwindigkeit zusammengerückt.
Ein gewinnendes Engagement ist freilich in so einer Lebenslage, eine des Übergangs in etwas neuem, gefragt, sowie ein klarer Blick auf die unmittelbare anders zu gestaltende Zukunft und das Wählen der richtigen Leute.
Ich musste auf einmal einsehen, dass nicht das Leben, wie vorher, auf mich zuging, sondern es andersrum zu geschehen hatte.
Leben und Bemühungen wären aber nicht solche gewesen, wenn ich mich nicht selbst anspornen hätte wollen, die Niveau-Grenze nach oben zu verschieben.
Es konnte mir auch, beim „richtige Leute suchen“, nicht um dichterische Freiheit gehen, nicht um die damalige Nachkriegspädagogik, oder schon gar nicht um die Tragikkomik (m)einer Aufbruchsstimmung.
Ich, als wie gesagt maturierter Techniker (das genaue Fach sei wieder hier nicht wichtig; das Studium der musischen und schönen Wissenschaften folgte unmittelbar darauf, bauend auf mein Wissen um die komplexe Mechanik) folgte damals denselben Prinzipien wie bei Autofabrik-Fiat, also den Strukturen der sollte sein gekonnten Konstruktion.
Gefühl für Rhythmus und Musikalität brachte ich aber, wie beschrieben, mit ins Leben und träumte auch also mal groß im Rockgeschäft raus zu kommen, das also ging daneben.
Dar Herz für die Literatur kam viel später.
Aus dem Turbokapitalismus wählte ich, zum Bekanntschaft machen, Menschen aus, auf denen ich wie bei einem selbstverständlichen Treffen zuging.
Ich ging auf Leute zu, die aber, es war nun mal so dort wo ich in dieser Zeit verweilte, im Sozialleben gestört waren, so wie ihr Weltbezug und auch ihr Geist, weil ihre Seelen mechanisch zerteilt im Nachkriegs-Schmerz, mit den Blutwannen, wegen der gerade zu Ende gegangenen schwarzen Kriegszeiten (Krieg: es tut das Mensch mit Menschen so) und (hier Achtsamkeit und Empathie) Options-Nachwehen die eingetrichterten in ihrer – wohl auch meiner aber da war ich ein Winzling – vergorener Kindheit, die überall präsent.
Also ein schweres Vorhaben da, die „richtigen Leute“ zu suchen, diese zu finden.
Welche Wahlmöglichkeiten hatten sich für mich geboten!?
Auf verschiedene Art habe ich also gesucht und gesucht und weiter gesucht… – auch suchte ich sehr die verschiedenen Einflüsse, die Wirkung und die Auswirkungen.
Jetzt aber:
Ich habe, oh ja, auch (noch) viele Geschmäcker ausprobiert – aber auch wie viele Weine, um die „geraubten Rüben“, oder die „Rüben“-die-räuberischen, zu begleiten!
Es war mir zwar bewusst, das sei geistig-seelischer Analphabetismus, das viele Weine trinken, ein Titelkampf um zu beeindrucken; in der Tat ein reduktiverer Seins-Titel, dieses Tun in meiner Wesensart, wodurch meine authentische Figur da auch immer um 80 Prozent abfiel.
Das bedeutet aber auch, dass von den Rüben und Menschen die ich um mich hatte, im Kaffee, im Büro, im Bus, im Laden um die Ecke, die Allermeisten irgendwie Seelen und Geistes-Analphabeten waren, ich allerdings in der damaligen Zeit unter ihnen war, da mitten drinnen.
„Normal“ erscheinen also, war die Devise, untereinander streiten, den Job machen, über den Weibern reden und wie mit diesen umgehen, über Sport und Autos – Aufgaben erledigen also ohne offensichtliche Schwierigkeiten, aber mit nicht klaren Anhaltspunkten.
Und woher kam mein Bedürfnis nach Geistes Vielfalt?
Nicht in der Lage zu rekonstruieren, ob diese Sehnsucht ich nur gehört, gelesen oder im Fernsehen gesehen hatte – Computer gab es damals noch nicht – gab ich mich ihr hin, wenn auch ratlos.
Die (relative) Komplexität meiner Realität entzog sich mir noch, in einem Gebiet und einer Gesellschaft wo ich damals mein Werden übte, die unter dem Mindestwert an Verständnis für anders und sensibel seiende dahin siechte, nicht einmal diese zu akzeptieren oder gar zu erkennen wusste – ich war auch neben einem Vater groß geworden, von dem nicht zu erfahren war, welche “Siege” er zu verlautbaren pflegte: Appetitliche, gleichzeitig ungenießbare, vorhersehbare, wie, z.B. ein „Sieg“, in dem “eine“ es schafft den Verlobten „der anderen“ wegzustehlen – oder andersrum; man sagt: aha schön – und zieht weiter.
Die Frage, die in mir immer wieder – immer häufiger – hochsteigt ist, warum man Blockaden als Botschaften und menschliche Filter nicht in des Geistes Müll befördern kann, den bereits übervollen – ist so was ein Problem?
Korrespondenz, Korrespondenzpaare? – Qualität und Schwierigkeiten bei diesen Fragestellungen quälen einen; ist dies das Rätsel der nicht guten Auseinandersetzung mit der Komplexität der unlösbaren Deutungsmuster und mit Kritik?
Durch unkontrolliertes Zuführen von Müll im Körper entsteht auch nun mal Divertikulose.
Ich fand mich, das wiederkehrend, schon einmal geschrieben – woanders – und ich raste von all den Tatsachen die mich umgaben davon, um mich neumodisch davon zu befreien.
Am Handwerklichen sei alles zu hinterfragen ließ ich es in mir zitieren.
Lebensuntertiteln und dem Lebenshandwerk wollte ich nun trotzen, laut: nichts ist Müll(!), alles ist Werden(!), alles ist langweiliges oder spannendes Sein: kein Urteil auf der Welt verkündet, es sei irgendetwas in den Müll-Korb zu befördern oder zu werfen.
Diese Antworten auf meine Grundsatzfragen richteten sich an meine subversive Präsenz; keine bekannten Zusatzfragen hatten da urteilsverkündend, also richtend, zu intervenieren; ich wollte vielfach thematisiert auf Qualität ab dem Moment mich trimmen, getrimmt sein, schlüssig.
Und die Sintflut, wie z.B. die aus der Bibel?: welche Überschwemmung!? Es gibt ernsthaftere Probleme, war meine Devise; Mülltrennung(!) wäre immer schon das Ideale gewesen – und wo ist die Verbrennungsanlage?
Ein kritisch Hinterfragender, ja ein Nörgelnder im Grunde auch, war ich vielleicht, aber ich war nicht grundsätzlich der Negativität verschrieben.
Gedankenschwere und kummervolle Hingaben waren mir durch die Grundstimmung in der Familie und folglich durch die Erziehung auferlegt; die Überraschung fand ich, mitunter, in einem unaufhörlichen Interesse für die Weisheit der Erde, gebunden in der, meistens sehr anstrengenden, Wohlwollen-Erhascherei bei meinem Umfeld in meiner Umgebung.
Die ewige „Sonntagswelt“, der Geist ohne Schlüssel, das Einsammeln, nach der „verlorenen Zeit“, der mit seelischen Abführmitteln dann doch zu erreichenden Erleuchtung, sind Drang und Themen die im Inneren, so wie in den Korrespondenzen mein Leben, zumindest bis dahin, in anregender Vielfalt thematisierten: Non trovero‘ mai il modo di farmi una vita comoda e leggera (Ich werde nie die Art finden, mir ein bequemes und leichtes Leben zu gestalten – nach H. Hesse).
Sintflut der Fragen also, und Überschwemmungen aller Art.
Die Anliegen beziehungsweise Zumutungen füllen, genauso wie sie Staub anziehen, wie Botendienste des „großen Geistes“, mein Werden wollen im Leben.
Fehler? Ja, viele, diese immer wieder verbrennen und zusätzliche Themen à la „mein Herz droht zu verzagen“ waren und bleiben durchwegs mein biografisches Rätsel – und ich stellte mir aber auch vor, dass ich ein Leben führen könnte, wo ich nie einen Zug verpassen würde, aber hoch oben auf dem Berg, Unmut verursachend, träumte ich von einem Ort am Meer; ein Scheitern am stur Vorgegebenen war also, da auch, bereits vorprogrammiert.
Gesunder Hausverstand doch vorerst, ein fernes Licht als Konstante, „annehmbare Veränderlichkeit“, einige noch heiße Brocken und in der Folge ein Ticket nach Venezia, zum Studium der Architektur.
Ich bin gewiss nicht ein Meister der Pantomime, aber meine Augen geleiteten, bereits schon oft, rückwärts, schlau gurgelnd nach einem bekommenen Klaps, weil sie immer zu offen zeigten, auf welche Glückskekse im Geiste sie gerade blickten. „Davor kann man sich nicht hüten“! Wird laut eine Stimme von hinten – gut, aber diese Aussage reicht nicht unbedingt und mentale Bemühungen sind allemal von wert, um aus der vorgefertigten Welt auszusteigen; steigen oder stampfen in weitere unbedeutende Anlässe? – oder in Erkenntnisse, solche, die auf Selbsterkennung zeigen: die, für die Ausrichtung auf „das mutmaßliche gute Leben“?
In diesem Sinne lasse also ich mich von der „Welt“ oft verführen; als Beispiel, genieße ich des Öfteren einer Schale Fischbrühe, denkend über Kalorien, wobei dann die Kellnerin sich entschuldigt, mich fragend, ob ich wohl auf dem Kaffee einen Klecks Sahne überhaupt hätte haben wollen – und der Blutdruck ist normal.
Diese sind in manchen meiner Alltagen Augenblicke, die ich als erhellende, wenn auch kurzsichtige, genieße – und das Göttliche lasst sich in diesen Momenten wie der Graf von Monte Christo ohne Migräne beschreiben.
Filmdivas sind hier wo ich lebe niemals welche gewesen, über Schneeketten lässt es sich immer „erst nächstes Monat“ reden.
Erdbeerkuchen mochte ich nie – durch und durch Durchschnitt also.
Wie könnte man hierzu eine Definition von Durchschnitt finden? – denn auch da, auf der multiplen Skala, müsste man zweifeln am Wahrheitsgehalt, wie im Grunde genommen bei allem.
Nur bei der vermeintlichen Überintelligenz irgendwelcher Probanden, blubbert mitunter die gezüchtete Illusion hoch, es könnte am Homo-Superior – gelöst also vom Durchschnitt – was dran sein; doch da auch nur Schönheitsstandard beim Thema „Intelligenz“.
Bildung mitsamt der Allgemeinbildung hat was mit Trinkfestigkeit gemeinsam – und Zänkereien sind nicht ausgeschlossen beim Versuch, dem Bedürfnis, sie im Leben zu integrieren.
Gewiss weiß man, ist beinah nur eines (aber das war schon gesagt): Schönheit ist vergänglich.
Ich war, ich bin ein Provinzler, einer der irgendwo zwischen zwei Welten, einer physischen und einer metaphysischen, sich befindet; angesichts der Größe einer „anderen Größe“ sind wir aber, meine ich, ja alle provinziell – und als ich das Abitur also, in dem Fach das vom Elternhaus mir auferlegt und das mir gar nicht zusagte hatte – und nach den ersten Erfahrungen am Athenäum von Venedig – wurde ich in der Folge „Neugeboren“, und das in einem Architektur-Experiment eines Antiquariat-Bauten Marktes, also Architektur der alten Schule, mit Zweigniederlassung „möglicher Werdegang“, Mixturen einer wohl kaum unversehrten Ausführung vorschlagend und experimentierend, um unter den letzten Eingeweihten mitzuspielen, diese Entscheidungstragödie sehr wohl dann doch überlebend.
Annäherungen, Neugierden mit zarten Farbtönen, zwischen Öffentlichem und Privatem, gab es dabei freilich auch, aber nicht Nennens-also-erzählenswerte; immer auf der Warteliste, beschränke ich mich in dieser Zeit auf praktische Informationen die aufeinander im Fadenkreuz folgten, die besten gesehenen Ideen, mit im Visier das „wie könnte man sie neu oder anders kleiden, „stehlend“.
Aufräumen war folglich der darauffolgende himmlische Gedanke.
Ich war für wahr ein Träumer – und aber ich träumte gerne, vor allem mit offenen Augen.
Und ich träumte auch und wieder, als ich, um erneut eine bessere Kurve dem Ganzen in meinem Leben zu geben, vielleicht auch Erklärungsmodelle und Antworten da suchend, an der Fakultät für Psychologie, diesmal in Innsbruck, inskribierte.
Ich war eben in dieser Zeit der Jugend oft Schauspieler auf der Weltbühne ohne richtige Spielzüge – und auch die menschlichen Erfahrungen entzogen sich, rücklings und auch wirr schreitend, jeder vernünftigen Erklärung.
Eine Prognose die bei mir vielleicht noch ins Schwarze traf, war „simpel zu sein“, obwohl ich ja mit Stolz(!) träumte (das heute noch), eine feste Tatsache, zumindest diese.
C.G.Jung war damals, als ich diese Entscheidung traf, Star und Kult, so wählte ich überzeugt gerne, als psychologisches Studium, die Ausbildung zum Jungianer: das waren die, die mit den Träumen „anders“ umgehen konnten und arbeiteten – Sigmund Freuds Traumdeutung fand man, sei einzubetten in der sexuell frustrierten Zeit des Endes des 19. Jhdt., unter der er selbst litt.
Oh ja die Träume; ach die Träume: auch Kaninchen, Katzen oder Hunde, und-und-und, träumen… – Träume also und die Beschäftigung mit diesen interessieren mich seit immer, sie sind ein uraltes Thema – es gibt Interpretations-Ratgeber in großen Mengen auf dem Markt und keiner wird je ein Bestseller.
Ich träume auch das zukünftige Leben.
Die Entscheidung ist ein erfülltes Leben vorausahnend zu träumen, oder auch nicht.
Träume sind aber Sprache des Unbewussten, biegen sich also keiner Entscheidung.
Wie kann man eine Lebensmotto-Entscheidung zur Verwirklichung einbringen: Emanzipationsbewegung des Geistes? Live-your-dream! – don’t dream your life?
Ob Theologen irgendwann konstatieren werden, dass Träume empirisch von der Seele mehr wissen als ihre katechetische Substanz, ist nicht interessant zu wissen – und Iwan Iljitsch über so was zu befragen, birgt in sich keinen Sinn.
Im/beim Träumen fühlt man dissoziiert oder stark assoziiert im Emotionalen, die Tätigkeiten, mit denen man seine Zeit verbringt, Sekunden, Minuten, Tage, Jahre, täuschend aber über die Frage „Was tue ich-hier-auf dieser Welt-eigentlich?“ niemals hinweg; tiefer sind sie die Träume, tiefer als Verstand und Gefühl.
„Letzte Nacht“ habe ich geträumt, die Dame hinter mir würde entweder ein Korsett oder den Zorn über die Schwiegermutter mit sich herum tragen, weil sie vor lauter Misstrauen derart verkrampft war, dass man ihr das Gefühl „überall hin, Entfernung egal“ nur weg von hier(!), gut anmerkte.
Maßlose Übertreibungen, meine Traum Assoziationen?, ineinander gekeilte? – wie Hierzulande wo ich wohne so ziemlich alles? – überall Einkaufswägen mit Sicherheitsgurten?!
So schob aber also diese Frau in meinem Traum, die wohl (wer weiß diese Abmachung nicht?) die(meine)Anima darstellt, in ihrem Einkaufswagen tiefgefrorene Lasagne mit sich herum (was hatte das wohl mit meinen Gefühlen zu tun!?) und ging sichtlich angemotzt, am Waschmittelregal vorbei.
Aus der Schultertasche ließ sich, seltsamer Anblick bei dieser Stimmung, ein Poesiealbum erkennen.
Sie fixierte mich – „Es gibt Leute, die haben ein Buch!, ja!“.
Ich ertappte mich, im Traum mich zu fragen „schauen Frauen immer so verwirrt?“. Diese tat es und da passierte es, dass im Traum sie mich weiterhin direkt ansah und sagte: „Wieso sagst du das?!“ – und: „Was in Büchern steht, ist nicht das Paradies auf Erden, manche schaffen es aber, dieses gut zu beschreiben!“.
Jetzt stehe ich da mit einer Botschaft, mit der ich nichts anzufangen weiß: sollte ich mir eine aktuelle Version der Bibel kaufen? – was jetz.
Wirkliche Antworten auf unsere Lebensfragen lassen sich nicht mit tiefem Sinn erfüllt in Schriften nachschlagen.
Sinn und erfüllt, kann man grübeln, was sind das für Zweckbündnisse?: Kraft des positiven Denkens? – nein: Kraft der Einbildungen und Angst des Fehlermachens.
Schnellsehkurs und jetzt was lesen.
Ob ein in Illusionen verpackter Optimismus Hoffnung erzeugt? – und für welche Urteilskraft ist Hoffnung eine Komponente?
Und träumt man nicht öfters auch ein paar Schuhe – gar unbequeme – um im Fernsehen, da gefragt zu sein, die mehr oder weniger leeren Taschen oder die verschiedenen Schulen zu analysieren, zu erscheinen? so wie auch Besuche des Museums in mehreren Etappen, um dem Schlummern von mürrischen Amor-Engelchen, die ein Monster an der Schlinge halten, zuzusehen?
Für schön, ist diese Vorstellung, ja, schön! – h e r r l i c h – wie Boutique.
Witz beiseite, die Realität ist kein Traum, jedenfalls nicht ein erfüllter – und alles ist ein geschlossenes System: ich „liebe“ mich – du „liebst“ mich oder auch nicht, stopp; lebendes, psychisches und also denkendes, so sagt sich’s, gehören zusammen.
Das System besteht nicht aus Träumen und Träumern, sondern aus Testpersonen: Wir. Es sind einige „hundert“ Typen und Typ’Innen auf der Welt (die der Wirtschaft und des Handels), die uns belohnen mit Spargeln, Milchflaschen, Haustüren, Feinschmeckerclubs und „der Queen Mary“, wenn’s sein-soll, etcetera/und so weiter und Alkohol in rauen Mengen, um dieses geschlossene „du liebst mich-ich liebe mich oder auch nicht -Stopp“ System erträglich zu machen.
Wenn es mal nicht funktioniert, sind preisgekrönte Gerichte prompt zur Hand, die dafür sorgen, dass alles System-rechtens geschieht und abläuft; letztlich las man, ging es um einen Pfirsichkern, versehentlich in einem Glas Cognac schwimmend…
Denken und sekkieren – niemand ist davor gefeit.
Ich war soweit, zu finden, dass aus neurobiologischer Sicht, alles ein Vorgang, wie sich selbst ständig am Zopf aus dem Sumpf zu ziehen ist: eine streng grammatische Funktion – und lebenspraktisch, so wie die Seele als innere Substanz, ist das alles auch nur sehr radikal zu vertreten.
Ich erfuhr auch bei den ersten Vorlesungen „auf der Psychologie“, dass Hirnforscher nach dem „Ich-Organ“ suchten.
Münchhausen ich und „die Welt“ (…) bilden eine Einheit! also das Vergebliche an alle Vorhaben erneut bestätigt! – und Herrgott nochmal, eine höchst strenge Wissensfrage aber diese die nach einer höchst strengen Wissenschaft zur Antwort schreit; die Arbeitsweise: eine die mein Wissen auf meine Empfindungen abgrenzt (…) und über diese die Lösungen (er)findet, immer neu.
Immer wieder auch aufs Neue, wenn auch schwammig, um ein Gottesbild zu hadern, erzeugend einen Selbstverständnis-Sinn, brachte mir manchmal eine dergleichen Ruhe, mit Hinblick auf ein Bild der vorbestimmten Zukunft; eine universell-ewige, wenn auch mit astralen Dissonanzen; das steht im Widerspruch zu nichts und „Christen halten durch“.
Und jede Beziehung, zu wem und was auch immer, konnte neu ab da beginnen wie ein Dolchstoß an die Zukunft, nicht zu verwechseln so was mit dem Vergnügen – etwas in den Dingen änderte sich, subtil und ungeachtet: das Bewusstsein der Intensität, Spaltung und also die Angst mich zu verletzen.
Aber das Auflösen von Widerständen, beim Studium der Vorgänge in der Seele, störte nicht meine intimen Fasern und entsprang vorwiegend aus einem Bedürfnis der Stille.
Zitieren ist eigentlich nicht meins; aber aus Markus Gabriels “Warum es die Welt nicht gibt“: „da es „die Welt“ also nicht gibt, da sie so was wie ein Nichts ist oder ein Unendliches das man in keinerlei “Weise“ gedanklich oder auch sonst wie einkreisen oder nennen kann/vermag), entnehme ich Sinngemäß, dieses (frei übernommen/umgebaut): Universum, so auch Milchstraßensystem, scheint auf den ersten Blick eine verhältnismäßig unproblematische Ortsangabe zu sein. Etwa von der Art: Ich sitze in meinem Wohnzimmer auf der Helenenbergstraße in Sinzig am Rhein.
Aber das täuscht.
Es besteht ein grundlegender Unterschied, ob wir über Wohnzimmer oder Planeten sprechen. Planeten und Galaxien sind nämlich Gegenstände der Astronomie und damit der Physik, Wohnzimmer nicht.
Zum Unterschied zwischen Wohnzimmern und Planeten gehört, dass wir Wohnzimmer einrichten, dort essen, bügeln oder fernsehen, während wir Planeten beobachten, ihre chemische Zusammensetzung durch aufwendige Experimente messen, ihre Entfernung zu anderen astronomischen Gebilden bestimmen und vieles mehr.
In der Physik geht es niemals um Wohnzimmer sondern allenfalls um Gegenstände in Wohnzimmern, sofern diese unter die Naturgesetze fallen.
Wohnzimmer kommen in der Physik schlicht nicht vor, Planeten schon. Wohnzimmer und Planeten gehören demnach gar nicht zum selben Gegenstandsbereich.
Ein Gegenstandsbereich ist ein Bereich, der eine bestimmte Art von Gegenständen enthält, wobei Regeln feststehen, die diese Gegenstände miteinander verbinden“.
Und alles fand ich, zu dieser Zeit, laut.
Da freute ich mich – ob Universum oder Kosmos oder nichts von beidem – immer auf ein so was wie Zuhause: auf die Stille, die auch unendlich ist – unendlich reich, wenn man darin fähig ist, zum Beispiel, zu vernehmen Musik.
Ausstellung … mit Blick auf die Realität?
Starke Emotionen waren für mich auf die Trägheit zu reagieren; wenig grundlegend waren die wirklichen oder vermeintlichen Auseinandersetzungen oder die Konfrontationen – alte Probleme.
Uni-Projekte fing ich an in die Spätschicht zu verschieben – und da war ich wohl gerade ein bisschen nachdenklich, weil mir einfiel, ich würde gerne einen Leuchtturm besteigen.
Ängste und Türme gehören zur Alltagsperspektive; und da oben fand ich, hätte ich das Aussichtstraining, das ich brauchte gehabt.
Es stieg aus mir halblaut die Frage „Sollte ich eine Waschschüssel mitnehmen?“.
Die Aussicht wäre dadurch bestimmt nicht reiner, die zu der rettenden Insel; aber Waschschüsseln kaufen gehört nun mal auch zum Geschäft des Alltags.
Allemal eine Erfahrung.
Und ist es nicht auch im Kleinen und in der Botschaft zweckrationell so, gar dadurch bewundernswert? Eine operative Einsicht und Aussicht also?
Hatte das mit der Frage nach der Freiheit auch etwas zu tun?
Nein; ich verweilte einfach gerade paar Tage am Meer; der Leuchtturm stand da drüben.
Gebot, Achtung, Zweck, Selbstzweck, Kinder, Partner, also jetzt wirklich!: an was dachte ich denn bloß; welches Studienbuch hatte ich da mit!?, was las ich denn da; was war los mit mir?
Es wäre so ein schöner Tag, frühherbstlich windstill gewesen, das Meer noch wohlig-schmeichelnd lau warm; was soll das auch mit dem Leuchtturm, der mich fesselte? Schlich sich wieder S. Freud da von hinten rein?
Klappe und neue Szene.
Und vor lauter Erwartungen seitens der Außenwelt samt Eltern und Kollegen und ich da, „nichts tuend“, stieg in mir eine imperative Panik vor Statusverlust auf.
Diese mir rausgerutschte Formulierung war, wenn ich sie der Verfolgung der Lebenswünsche gegenüberstelle, eine krank profane.
Für mich unterlagen alle Lebensthemen, da im Moment, einer großen Metamorphose des Überganges.
Einen Granatapfel nehmen also – und die nun reife Frucht zerteilen, die sich öffnend in Karminrot und Rubin, saftig ihr innigstes Innenleben anbietet. Vorsichtig einige Kerne heraus lesen und sie auf der Tischfläche vor sich hinlegen – und denken, es ist so, als ob alles Leben nur ein Fliehen sei: ein ständig „wo anders“ sein mögen. Aber wohin fliehen?
Erfindend die Trennwand zu einer dünnen Scheu, promovierte und bewarb ich mich jeden Tag also (manchmal fiel Regen) zwischen Tür und Innenraum, verständnislos blickend auf meine Gedanken und auf das was ich tun sollte; und jeden Tag ging ich auch der Aufforderung nach, diesem Tun einen Welt-gültigen-Sinn zu verleihen.
Ich war was ich machte, ich war was ich dachte, das Tun war gefärbt mit der Farbe der Gefühle, die ich in dieses Denken steckte; man ist so oder so, dachte ich, und wie man schafft zu lieben – Verdacht ist da immer die Folge.
Ein unkontrollierter Gedanke dieser, während ich im Geiste mit mir selbst redete: „Du fehlst“…, fiel mir ein – und ich erstarrte sofort in der Pose des dich Suchens“, in der Nähe oder im Briefkasten, den elektronischen Schlüssel suchend.
Ich eilte an anstehende Projekte mit dem geronnenen Lächeln der Sehnsucht.
Ich las kaum Zeitungen.
Die Atmosphäre fand ich in dieser Zeit kaum grimmig – nicht gedrängt, nicht prahlend oder so, sie war ganz einfach still.
Und ich fixierte mein Gegenüber – still auch dieses; und da jede Antwort also ausblieb, war es so, auf/an der Psychologie, wie Gleichgültigkeit zu sein hat: in keine Verantwortung gedrängt.
Tief melancholisch gestimmt kam da eine Stimme in mir nieder, die sprach: „Du hast einen Auftrag, also einen Vertrag; verfange dich nicht im Nichts“.
Eine Stimme wie von Fern.
Und aber also die Liebe? Arbeit und Liebe und Auftrag – Auftrag auch zu lieben – Liebesauftrag also?, sagte ich mir , gehören die zusammen, gehören die dazu?, ein lieber Auftrag, ein Liebesvertrag? – ich suchte, wie hier, Begriffe, um vieles zu begreifen – leben in Missbehagen schreit nach „erster Hilfe“.
Die Sehnsucht nach Liebe war bei mir konkret; eingebaut diese im Versuch, mich selbst zu ertragen.
Komplexe Fragestellungen fanden aber nur mehr selten Platz.
So hatte ich auf den Vorlesungen gelernt, dass das Einhandeln der Gemeinsamkeiten unter den Menschen freilich auch etwas mit Psychosomatik zu tun hat und mit gutem Rhythmus beim Atmen: Wahrnehmungs-Spektren tauchten nicht beim Thema auf.
Der Versuch, den Verlauf auf den emotionalen Ebenen sowie beim Bücherkonsumieren zu lösen, lief dort, auf der Leopold-Franzens, bei mir einem bestätigten Versagen entgegen; die meiner Eltern Schuldfrage beim Versagen, also im Prägen, war aber gleich wie – und nicht wichtiger als – meine Schuhgröße.
Ich hatte oft eine Frequenz im Hirn, ein Hirn-Sumsen – klar weiß ich, weiß jeder, was Tinnitus ist!, das war es nicht.
Das Interesse sowie der Schwerpunkt merkte ich, lag außerhalb, mit Depressionen hatte es also auch nichts zu tun. Hochbegabung hatte hierbei auch nichts zu suchen… – so wie auch nicht die populären Broschüren und die Abenddämmerungen, die mich immer wieder für paar Stunden (ein)schlafen ließen.
Schwach waren sie, die freien Abende.
Und Jahrtausende genügten nicht, damit meine Seele aus den vielen vorgetragenen Legenden spüren konnte, sie sei frei.
Schöpferisch sein, in den Aufwallungen beim darüber grübeln, ist Zufall, Bücher schenken da keine Endorphine: immerhin! – nein, mit dieser Worthülle kam ich nicht weiter, und auf Unglück treten, weiß man, ist keine Aktivität.
In solchen Gedanken versunken beobachte ich einmal einen Stieglitz, der da draußen sprang, auf der Brüstung des Balkons; mit solch symbolischer Eigenschaft merkte er Unterschiede nicht und mit Siedlungsgrenzen hatte er offensichtlich nie was zu tun – er punktet damit, dass er der Tante Erna Spaß machte.
War das jetzt eine Provokation zum literarischen Stoff: „Glück ist schwierig“?
Die Antwort: der Woche sieben Tage, sieben Mal Unfug, Abschnitte von Sehenswürdigem hätte ich in der Regel bezahlen müssen, dieser war kostenlos.
Bin ich eigentlich glücklich?, fragte ich mich oft… – schön blöd, wenn ich das gewesen wäre, und dort noch gesessen hätte .
Nahm sich jemand anderer mein Glück? – oder war ich nur zu dämlich danach zu greifen?
Es hätte genügt, wenn ich etwas gönnerhaft mit mir selbst gewesen wäre. Alltagsgeschehen abgesehen, ging es da nicht, bei der Glücksfrage, um Millimeterpapier; auch nicht um Fertig-Ravioli oder Lucy Wang.
Ich hätte können auf Kavallerie setzten, die macht aber nur steif (nicht nur den Kragen); auf Neugierden, so á la “una bella ragazza“, reagierte ich bestimmt, aber nach einem sinnvollen, erfüllten Leben schrie das nicht.
Ich sehe, ich stehe jetzt erneut am Anfang des Grübelns über Glückspotential.
Ehrlich, ich bin der Meinung, wenn man Glück sehen könnte!, wäre alles einfacher.
Das Feuilleton lege ich jetzt weg und bitte um „eine Dosis Serotonin“: das ist aber kein kreativer Glücksfall, beim in meinen eigenen Drachenschwanz mir selbst reinbeißen.
Ich merke, ich hatte alles verwechselt – hatte aber bereits alles aufgeschrieben; und es gab keine Möglichkeiten die Aufzählungen und Aufzeichnungen abzulehnen: Figuren und Unbeliebtheiten nach und nach, so wie Fachspezifisches zur Erklärung – und eine Hungerdiät: alles Abgänge meines damaligen Lebens.
Etwaige Erklärungen „von außen“ brachten mir nichts, die Ausscheidungen verhielten sich unregelmäßig und falls sie es auch anders getan hätten, hätten sie auch die nicht meine härtesten Opfer gerechtfertigt: leben oder kleben also, fing ich an zu freveln, scheinbar zusammenhanglos als Paradoxon; Baudelaire und sein Albatros (bei Namen gibt es vielleicht „Sternchen“ und Fußnote oder Google steht zur Verfügung) schwammen geistig da drüber – also Schwamm drüber.
Unstimmigkeiten – Kauderwelsch – und ja, die Augen der Mütter.
Ich erwachte plötzlich aus dieser Scheinbar-Trance, aufschreiend „Herr Doktor“!
Auf dem Nachttisch, bei mir, lagen, ich erinnere mich, Törtchen – es überraschte mich sinnentfremdet zu denken, keinem einzigen der Brettersteige soll man vertrauen.
Optimismus und positives Denken also?
Ob es nicht besser war, sich einem Dilemma, einer Hoffnung doch total hinzugeben, wenn sie auch im Moment noch aufgestellt zu sein schienen wie auf ein Halma-Brett? – und nicht identifizierbare Rennpferde, im übertragenen Sinn, auf die ich setzen hätte können gab’s freilich auch rundherum, mit Rennausgang “Glaube an dich selbst und du kannst alles erreichen“.
Ein Organisationsplan!? Zugegeben, bei dieser Forderung stand ich tatsächlich vor einem Dilemma: sind wir freie Wesen? (oder nicht) – an welches Ziel sollen wir festhalten und wie?
Mit diesen Fragestellungen befand ich mich, mit diesen mich beschäftigend, damals am Anfang der Jahre achtzig, wo der Möglichkeiten-Horizont, der mit dem „Gefühl des Daseins“, meine Mittel und Strategien zu stillen versuchte – und stellte mir Konstellationen vor, wie Theaterstücke, die von Egoisten und Fremdgesteuerten spielten.
Hörst du mich da draußen!?, schrie ich damals oft: der Begriff der Anerkennung war bei mir ins Wanken geraten.
Gefühl-des-Daseins: was war das?: nichts, ich lag gerne oft flach, also auf fauler Haut, und hatte das Gefühl, ich schaffte es so, doch was zu erleben – dreaming the life away.
Ich rief also: „Herr Doktor“!
Es schien mir so, als ob ein nicht näher zu definierender Zahnarzt jeden Skeptizismus, der die Existenz der Welt und vieles andere bezweifelte, mitsamt der Wurzel ausreißen hätte können.
Oft hatte ich im Kopf ein leises Pfeifen – ein stetes Summen.
Nicht unbedingt hatte das mit Marketingfragen nach dem Studium oder sonst Auffälligem zu tun; heute – aber auch des Öfteren in letzter Zeit – hatte es (nein nicht mit der Klimaanlage!) mit dem ersehnten Eindruck von Ruhe und Bedürfnis nach Erleichterung zu tun.
Anliegen der Vorgesetzten, der Professoren, sind nicht in der Kantine abzuholen, qualmten meine Gedanken, die Frage nach der seelischen Ordnung, der Ordnung in der Seele also, nicht beantwortend.
Der Uni Hausmeister sagte mir – das kann ja passieren – er könne sich so schlecht konzentrieren.
Mein Gedanke, bei dieser vertraulichen Äußerung reagierte, indem ich ihn mir vorstelle, mit Schweißausbruch und Besteckgeklapper, sich zwingend, in der Kantine die auch er für gewöhnlich aufsuchte, mit allen Kräften sich zusammenreißend, die Menschenschlange vor sich mit Blasendruck zu bewältigen: es gab Probleme in diesen Momenten auch für ihn also! – und gewiss habe ich auch Probleme, mit den Gesprächen beim Schreiben dieser Passage des Textes und den Faden wiederfinden… und für sie, dich und mich und im Leben „draußen“, ist es an zu vielen verschiedenen Stellen und Orten auch oft so, auch oft dasselbe – und so begleitet uns alle dieses leises Pfeifen im Kopf in der Tat immer.
Es gibt Tage, wo ich intensiv mich zwang, einen nächsten Schritt zu erahnen.
Ein Nächster-Schritt hätte auch sein können einzusteigen in eine Schaukel, mit der Pendelbewegung zwischen der Ewigkeit und das „hier und jetzt“ – welcher ist der Fokus, der selbstverständlich zu nehmen?
Schwindelgefühl einer Lösung, mich selbst beeinflussend wollte ich nicht sein.
Was hat an diesem Punkt ein Deich zu suchen: ich wollte nichts aufhalten! und alle Flüsse sollten fließen, herausfordernd alle Lebensverhältnisse, auch die, die im Wege zu sein scheinen – Naturgesetze sind nur Gewohnheit, also mit Verlust an Orientierung haben sie nichts zu tun, das ist etwas Intimes.
Die Schrecken der Welt und unsere Untiefen (ganz in uns drinnen) sollten wir besser einfach schlucken; am besten wie Spagetti alle vongole – wem das nicht schmeckt, kann sie auch als Negroni trinken, sobald es um die Gleichgültigkeit des Nichtwissens geht.
Was habe ich überhaupt zu wissen.
Wo lernt man das Handwerk der Beschleunigung der kulturellen Entwicklung, hin zum Wesentlichen, also zum Inneren, das größer ist als die Unendlichkeit?
Und ob ein Papst – das als Break – wirklich katholisch ist, ist wirklich nicht interessant zu wissen.
Der Himmel hatte aber an bestimmten Tagen mir viel zu sagen – da wo ich mich gerade aufhielt – und auch anderswo.
Bei den Fragen dieser Stunde schrie es in mir nach dem Lernen des respektvollen Umgangs mit den Angelegenheiten und Anliegen. Ist das wirklich, dachte ich, in der Deutung ein Problem der künstlichen Asymmetrie, wenn eine Antwort aus der Allgemeinheit, aus dem Umfeld laut wird: es geht besser, wie, sie merken nichts?!
Defizite; Defizite, sagte ich mir, sind Inhalte einer zweitbesten Form der Kommunikation; Wunder sind nicht möglich.
Ich dachte mir also: was hilft mir jetzt unmittelbar?
Eine Religionsgemeinschaft (es war wohl wieder ein Sonntag (als Kind trieb man mich viel zum Ministrieren), wo lauter potentielle Exkommunizierte sind, aufsuchen?
In der Presse sah ich, dass der gerade seiende Papst auf der Flugzeugtreppe stolperte; welch eine weltbewegende und bestimmt psychoanalytische Gegebenheit.
Psychotherapie bei Weltfragen… – könnte man diese nicht bei den Anfängen aller Ideologien und am Anfang des eigenen, das man Angeht, anwenden? – um Erfinder, Triebe, Sinn und auch Bischofsringe in ihrer Wichtigkeit es schaffen zu unterscheiden?
Verstrickungen sind bekannt … bis hin zur Hilfsbedürftigkeit; das hieß für mich konkret: gar beim Nachlassen der Körperfähigkeiten, ging es mit mir durch.
Wahlsysteme und Verblüffung? – nein, an diesen seltsam gefärbten Tagen hörte ich keine „fremden Stimmen“!.
Ob man beim Briefe schreiben (oder Texte formulieren) zu seinem Gleichgewicht einigermaßen findet?
Manchmal, den Zügeln des Schlafrocks noch nicht gewachsen, überfällt mich Verwirrung: Was sind, also raus damit, Mängel an Glück?!: das sind Unannehmlichkeiten… – braucht man da Platon?
Warum mache ich mir so viele Gedanken.
Aber woran glauben Atheisten?
Und spätestens bei dieser Frage wird man sich bewusst, dass vieles, oder so ziemlich alles auf dieser „Welt“ nichts anderes als im Missverständnis schwirrend und Irrlicht schwimmend aufzufassen ist.
Es war ein Montag, ich stand, es war Abend, auf dem Balkon meiner Wohnung, mich erinnernd, dass ich mit meiner Band mal, damals ja, dem Erfolg nach rannte.
Ich war, wie schon erzählt, die Stimme, der Sänger, komponierte die eigene Songs und dazu also auch die Texte.
Auf Englisch musste alles sein – damals eben und zeitgerecht angenehmer – und heute Montag (des einen solchen keine Uraufführung allerdings) war mir danach, auf der „Farm“ (auf Bauernhöfe wohnen war damals total in) wo ich wohnte verweilend, im Geiste aber in die Ferne schauend, ganz in mich selbst gekehrt, eines dieser Singsangs anzustimmen, der auf Englisch super gut klang (also in den Übersetzer bitte geben und denke man an Dylan/Donovan und andere der Solchen) und auf Deutsch tat er in etwa so:
„Montag heute, und es schwebt „herunter“ – wie wundervoll dekorativ! – eine Decke, durch die Du fällst, direkt in einen Haufen Hustenbonbons und Glanzbilder, die mit ihren Eigenschaften, auch nur hinweg täuschen wollen.
Wohin – hin > weg > wo?!
Ich räusperte mich… – und weiter: alles, zumindest vieles, würde mich nicht so nerven, wenn ich eine Thermosflasche voller warmen Lebens hätte, den Kragen hochgestülpt, der mich vom Wind von hinten schützt, Hexenschuss vorbeugend; ein Konversationslexikon mit Aussicht zum Nachbarshaus, einen Klappstuhl, um auf aufgetauten Freuden relaxt zu blicken, eine gewonnene Wette – was war da noch, wonach in Worten suchen? – das wär’s.
Wär’s das?
Den Geistesblitz hätte ich noch zu suchen.
Vertrauen dem Schönen ohne Hindernissen.
Oder ich suche die Autoschlüssel. Vielleicht fällt mir was anderes ein.
Vertrauen, denke ich, ist etwas schönes, wäre da nicht dieses Gefühl von Schuld, am schlimmsten im November oder Dezember oder an den Rastplätzen: Warum nur?
Ist es der Preis der Nagelfeile und des Klebebands, dem ich, obwohl zu hoch, zugestimmt habe oder weil ich zu viel (der )Zeit verschwendet habe (warum verschwendet; was gibt’s denn da, das verschwendet werden kann!?) beim Abfall runter bringen und auf Knien in der Küche, in der Hoffnung das verlorene Goldstück wieder zu finden, nach zu gehen, und so weiter. In Bezug auch auf all das Übrige aus den Anfängen(?), sowie die Überschuhe und die Brille, die, um besser, oder überhaupt, zu sehen?
Was!?
Die Ameisen zum Beispiel – oder die „guten Werte“?; ein Kätzchen oder ein süßes Milchkälbchen (bevor es geschlachtet wird!), die Tante Erna, die schönste Blume, die Mitmenschlichkeit, die intim-private und die allgemeine oder… den Fleisch gewordenen Gott.
Besser als das alles: Die gute Laune“.
Ich wollte eine Entscheidung treffen, denn die Jahre an der Fakultät für Psychologie fanden, in mir, ich spürte es stark und unausweichlich, ihr jähes Ende: ein emeritierter Professor und Rektor, dessen Wirkungsumfang im Land – und darüber hinaus – ich noch gar nicht kannte, der irgendwelche Zeichnungen – als ich mich bei einem Workshop-Happening bei einem anerkannten Meister, am letztens gewesenen Sommer aufhielt – von mir sah, empfahl mich nach Wien, in die große Welt der Konfrontationen beziehungsweise Weltkonfrontationen, politische, soziale, und Kunst-Kulturelle – auf die Akademie, die der bildenden Künste.
Vienna / Wien:
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man at work… .. .:
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Bild: Ivo Rossi Sief (Serie „we the humans“ 2017)

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Das bin ich:

http://www.ivo-rossi-sief.at

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und
http://www.ejournal.at (anklicken „literatur.primär“ oder „ak.tu.ell“ – links ganz oben)

 

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Dieses Arbeiten wird teilweise subventioniert – durch Arbeitsstipendium – mit meinem Dank, über das   bmuuk logo   Bundeskanzleramt Österreichs/Literaturabteilung

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Dieses Arbeiten wird auch über das Amt für Kunst und Kultur des Landes Tirol , mit meinem Dank, teilweise subventioniert –  –  Druck

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Dieses Arbeiten wird auch teilweise über das Kunst/Kultur Amt des Magistrats der Stadt  Logo_INNSBRUCK_cmyk    mit meinem Dank subventioniert.

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