GRANATAPFEL/©Innenleben – Werdung Roman

Granat

Immaginäres Deckblatt (ohne Anspruch auf Endgültigkeit)

                                                        * * *

Über meine ganz persönlichen Erfahrungen,

geht es in meinem  „G R A N A T A P F E L_©(copyright)I N N E N L E B E N“ – Werdung  Roman,

um das, was an allen Wällen unerträglich ist.

Es geht auch und vor allem um das Weggehen und um das Ankommen, um ein Heimatfinden und das Heimischwerden – um ein Nachdenken über Heimat.

Es geht um Herkommen, Existenz und Behausbarkeit.

Denn Heimat ist dort, wo es sich – für die Seele – warm anfühlt. Wo man warmherzige Mitmenschen findet – und diesen auch begegnet.

Ivo Rossi Sief, am 11.11.2018

* * *

Ich bin dieser:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Rossi_Sief
und dazu das:
https://drive.google.com/file/d/1QCJcbtIo8UnMKj7PL9LqtlzGBIuYSyZx/view

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Buchprojekt:

„G R A N A T A P F E L_©(copyright)I N N E N L E B E N“ – Werdung  Roman

© Ivo Rossi Sief – – Seiten 233 – am 11.11.2018

Aus der Musik:  tempo andante con moto – in crescendo.

Korrektur/Lektorat-Assistenz: Tamara Freudenschuß BA MA, Wien

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Zitat aus dem Studium der Psychologie:
„Ein Mensch ist (fast) gleich einem energiemäßig
abgeschlossenen System. Die menschliche Aktivität ist immer auf die Verarbeitung von Energie zurückzuführen; da ein abgeschlossenes System vorliegt, geht Energie für das eine immer auf Kosten der Energie für andere Aktivitäten.“

Aus der Wissenschaft und Astronomie:
Im Zentrum der meisten, womöglich sogar aller Galaxien befinden sich Schwarze Löcher von gigantischen Ausmaßen – sogenannte supermassereiche Schwarze Löcher. Die Entstehung und Evolution dieser „Innen-Giganten“ ist eine offene Frage der Forschung. Wachstumsphasen lassen sich aber auch beobachten.                                                          

                                                                       * * *

 Erzähle ich jetzt von mir, dann schreibe ich hier nicht über einen, der auf der Welt viel erreichte, der große Dinge oder Herausragendes vollbrachte, sondern will von einem Menschen erzählen, der den größten Teil seines Lebens um Akzeptanz und Anerkennung ringen musste. Für seine Art zu sein, seine Motivation und für alles, was er tat. Ich erzähle von Unsicherheit – die in Sachen Seinsberechtigung bereits in meiner Geburtsstunde gegenwärtig war, da ich um ein Haar meine Geburt nicht überlebt hätte.

War ich folglich ein Schwächling? Nein, ein Kämpfer; um alles musste ich kämpfen, vieles habe ich mir hart erkämpfen müssen und für alles dachte ich, kämpfen zu sollen.

Das tat ich akribisch. Manchmal mit dem Prädikat „übertrieben“.

Ich habe einen doppelten Nachnamen. Ein Teil dieses Familiennamens ist ein rein italienischer, nein, der alleritalienischste: Rossi.

Dadurch fühlte ich dort, in der unmittelbaren Nachkriegszeit ob der Konstellation Sprachen seltsam belasteten Gegend wo ich aufwuchs, groß und reif wurde und viele Jahre in Folge lebte, dass seit allem Anfang meines Lebens, alles was ich tat, eine sozusagen öffentliche Beleidigung darzustellen hatte. Dies war eine Lage, die von mir als völlig sinnlos und als eine sehr anstrengende empfunden wurde. Als es soweit war, mochten Mädchen die mir gefielen es wegen meines Namens kaum, und wenn überhaupt dann nur ganz schwer, mit mir zu tun zu haben. Das tat weh.

Diesen Namen trage ich, entsprungen im Sippen-Eierstock, als Folge einer „Bürgerlich (meine Urgroßmutter, die Sief)-Adeligen (mein Urgroßvater, der De Rossi) Bettgeschichte“. Diese Sippe lebte in der „Maria Theresia‘s, Sissi’s und Altösterreich‘s“ Zeit (das aber auch heute noch), in der sehr kargen Gegend – dem Fodom – Teil Tirols  der steilen Wiesen und Hänge, das sich unmittelbar unter den später dann umkämpften Bergen befand – und sich auch jetzt noch, unter anderer geopolitischer Karte, befindet – von wo man in Triests und auch Venetiens Richtung, weit in die Ferne, und hinunter in die Täler des Prosecco’s, blickte und blickt.

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Ich kam aus dem Wald, aus einem engen Tal und aus einem Ort, wo auch nicht mehr alle auszuwandern hatten und lebte folglich, weil meine Eltern dahin übersiedelten, in einer Gegend, wo nicht mehr – wegen der faschistischen Unterjochung – alle auswandern mussten.

Meine Familie ließ sich dort nieder, und ich wuchs, wie es die Natur der Dinge vorgab, dort auch auf. In einem Dorf mit breitem deutschen Dialekt. Wo bei steigernder Nachfrage um Zimmervermietung eine rege Mission-Tourismus-Aktivität im Entstehen war.

Es war schon immer ein deutsches Dorf, mit Ausnahmebescheid später: eine deutsche Gegend und Region, im Staat Italien.

Mit einem Kirchenglockenklang á la gelobt sei Jesus Christus, strahlte rundum noch nichts Wirtschaftskompetenz aus, es gab nichts Spektakuläres zu erwarten, alle waren aber aufs höchste neu-gierig und durch das traditionsgemäße Knödelzubereiten in den Familien gab es das Restbrot-Problem nicht.

Weizenmehl, Weißbrot und Semmeln waren wie spirituelle Bedürfnisse.

Kaum etwas war illegal oder ungesetzlich.

Die „Zeitkritiker“ hatten schwere Balken an den Grenzen gesetzt – somit war jede Eigenart deutlich – und zubetoniert geschützt.

In  meiner Kindheit detailliert herumzustochern will ich unterlassen. Das ist Intimbereich und will diskret so bleiben. Bei dieser Art von Geschichte ist  es auch bei Gott nicht interessant, in Verfehlungen beim Prägungsprozess und den Folgen sich zu suhlen.

Ich brauchte ziemlich lange, um etwas über Gesellschaft und Fruchtbarkeit zu erfahren, denn die Zeiten, in die ich hineingelegt wurde – und somit meine Eltern – waren in der Tat keineswegs bereits aufgeklärte.

Wind und Staub wirbelten noch, da, auf den zum größten Teil noch nicht asphaltierten Straßen.

In so einem Zustand Gelehrsamkeit, also Lernfähigkeit aufzubringen, war für mich mit übergroßer Neigung zum Fragenstellen verbunden. Als Kind habe ich unendlich viele Stunden verzaubert verbracht – keine große Sache freilich diese – aber eine rege Neugierde dann auch an den Tag gelegt. Ebenso tat ich viele Reisen zum Gesundheitssprengel, weil ich, hypersensibel als Wesen und sehr zart von Konstitution, nicht gerade ein sozusagen gesundheitsstrotzender männlicher Muskelprotz war und hatte ein Herzfehlerrheuma vom 8’ten bis zum 16’ten Lebensjahr mit mir herumzutragen.

Die vielen einsamen Stunden, Tage, Jahre, die ich nicht wie die anderen (Buben) – sie auf Schnee, oder hinter einem Ball und andere solch ähnliche entwicklungsübliche et ceteras – den ganzen Tag verbringen konnte, weil ich es gemäß ärztlichem Befehl nicht durfte, machten mich zum sehr frühen regen Grübler und Phantasierer: Gelbe Blumen, die frühen Wiesen prall gefüllt mit blühendem Löwenzahn, die Wandlung dessen  zur Pusteblume, sowie der fleischgewordene Gott, dazu das Butterbrotpapier auf das ich mit Tricks zeichnete, waren für mich Dinge, die mich oft in den Zustand des versonnen Seins versetzten.

Abends lief im Wohnzimmer einer der ersten erwerbbaren Fernseher.

Es gab damals nur Programm Rai – und da auch nur einen Kanal.

Theorien über Kekse und das Chaos in der Beziehung zwischen meinen Eltern hatten sich in einem extrem großen Teil meiner Zeit eingerückt.

Über so etwas wie „Beziehung zwischen Eltern und Kindern“ gab es in der damaligen Zeit partout nichts zu sagen.

Ich sagte freilich auch nie ein aufmüpfiges Wort.

Und es gab auch eine Hilde, die auf mich aufpasste und mich bekochte.

Eine Familie im ständigen Einklang war die meine, die unsere, einfach nicht, denn in den Räumen wurde sehr oft eher Saureres, saure Stimmung also, verbreitet.

Manch ein Kind springt bei so etwas wiederholt rabiat von den Stühlen; ich wollte mich rückwärts aus diesem Zustand winden und beschloss eben, krank zu werden.

Ein (psychodynamisches/psychosomatisches) Vorrecht?

Eine Zumutung?

Einfacher: Um zumindest manchmal den Sauermachern irgendwie Paroli zu bieten, diesen etwas gegenüberzustellen, begab ich mich in ein Schmoren mit zurückgeschraubter Hörfähigkeit. Ansonsten hatte ich nicht sehr viel zu sagen.

Ich hatte ein einziges Mal zugesehen, wie das gelegte Ei meiner Wellensittiche tatsächlich aufsprang, um ein Küken freizugeben, das gar lebte – und das drei Wochen lang.

Ich empfand das wie Mystik verbreitend.

Ich wurde ein grünbunter Chaot. Auch in mir drinnen. Und wenn all die anderen Prioritäten in der Familie forderten, dass ich alleine war – das war sehr oft der Fall – baute ich mir mit den Küchenstühlen in meinem Kinderzimmer gerne eine Welt.

Schwer zu sagen, ob die Form der Liebe meiner Eltern für mich auf mich bedrückend wirkte, mich unterdrückte.

Sind nicht viele von uns Kinder oder Opfer enttäuschter Freuden und des aufgezwungenen Mitgefühls, gebündelt diese im Zuhause? Ja, ich wars.

Wie diese Spannung, die sich bei mir als Gelenkleiden festsetzte, lösen?

Ich war in diesen meinen ganz frühen jungen Jahren bereits gerne ein kleiner Geistes-Jongleur und hegte eigenwillige Gedankenassoziationen, entwickelte recht seltsame Ideen. Das ist aber das Tun aller Heranwachsenden, nicht?

Ich formulierte (dazu „schrieb“ zu sagen wäre übertrieben) bereits kleine Gedichte – und vom Fenster aus die vielen Obstbäume in den Gärten und Gemüsegärten da in meiner ländlichen Umgebung beobachtend, fand ich, dass auch ich in diesem Kindeszustand, in diesem Stadium eben, mich fühlte, – wie (so sage ich heute mit dem Mund von ich-damals) ein Produkt der Modifikation.

Zwangsläufig, denn ich hatte einsam im Zimmer viel Zeit dafür, phantasierte ich also, wegen der Optik die sie mir boten, gerne über das Wesen der Früchte: Pfirsiche oder Kirschen oder Aprikosen; Hesperidium beziehungsweise Zitrusfrucht, Beere zu deren Bedeutung – Traube oder Wassermelone, Tomate, Apfel, oder Birne und so weiter, und über das, was das Blütenbestäuben wohl war.

Diese wurden dann als wesentliche Fakten von mir, mit unendlich viel bescheidener Unerfahrenheit, in meine wahnwitzige Geschichte eingepackt.

Wobei ich jetzt aufpassen sollte im Eigentore schießen nicht auch noch gleich Talent zu zeigen.

Schließlich weiß ich nicht, was ich mit der Aussage, dass ich der Aufführung (eine solche war es in meiner Phantasie) wie Früchte sich verändern, wie ein Regisseur – dabeistand, sagen wollte; zuschauend wie diese – wie man sie auch immer jeweils benennen mag – sich am Boden, auf dem Rasen des Gartens des Bauernhofes, wo meine Familie mit mir damals wohnte, reif vom Ast gefallen ansammelten.

Die frühen Früchte als junge Schauspieler in meiner noch sehr jungen Phantasie. Regisseur nicht, Bühnenarbeiter aber war ich wohl eher, und Benediktiner, in einer nicht ganz normalen Situation.

War die meine eine beklagenswerte Lage?

Alternativschauspielerrollen ahnte ich – ja gelegentlich – bereits schon voraus, auch wenn für mich noch nicht die Zeit der Rettungsanker war.

Ich kam als Linkshänder auf die Welt. Ich wurde dann gezwungen – so war das in damaligen Zeiten – mich auf das Rechtsschreiben umzuschulen. Ansonsten war ich ganz normal.

Jeden Morgen sorgte man in meiner Familie, als existentiell großes Anliegen, für Reinlichkeit.

Ich „kleiner Regisseur“ also zeigte, wie man leicht erkennen kann, bereits Offenheit für Meinungsverschiedenheiten und bei aller Verschiedenheit der Modelle erhaschte ich diese aus offenen, wenn auch noch unreifen, Blickwinkeln: die Früchte dieser Erde, zum Beispiel, die ich nicht im erspähbaren nahen Garten beobachten konnte, fand ich abgebildet (diese dann ausschneidend, also entnehmend, und sie an die Zimmerwand klebend), wenn ich in den – damals noch seltenen –  Magazinen und Broschüren die ins Haus flatterten (meine Eltern verwalteten das örtliche Postamt) durchblätterte.

So wuchs an der Wand mein ganz eigener Baum.

Im Herbst waren da mehrere Kilos an Bohnen, die in Vakuum einlagert werden wollten. Und in der Regel auch ein Zentner Äpfel, wie Wertpapiere von den Bäumen, die ich vorhin beschrieb. Diese wurden von mir geschält (ein Ritual damals, um mich selbst zu beschäftigen), um dann das Kernhaus herauszulesen. Blanchieren tat sie folglich die Hildegard – ich aber stopfte sie dann in Dosen mit Schraubverschluss.

Diese kamen danach in den heißen Herdofen, damit sich, beim verschlossenen Aufkochen, das Vakuum bilden konnte.

Gefriertruhen gab es damals noch nicht – und mit indischem Kuli wurden Etiketten beschrieben.

Die Früchte des Baumes waren also nicht mehr solche.

Ich bin überzeugt davon, dass das, aus allgemeiner Veranlagung, wie etwas im Bereich des Wachsens und des anschließenden Abtrennens auf mich wirkte. Denn den Früchten gleicht, so beobachtete ich (und aus meinen späteren Transformationen), dass sie sich im Laufe der Werdung tiefgreifend verändern.

Umwandlung und dann die Unterscheidung und diese, im Prozess der Identifikation und Individualisation, doch ziemlich entscheidend.

Nicht nur aus psycho- beziehungsweise phylogenetischer Sicht.

Ich musste mich aber damals zunächst damit begnügen, dass Hilde, sowie ein paar Tauben da draußen, meine Tage nicht unbedingt immer zum herzlich lachen maßgeblich füllten – als lebte ich, als Erstgeborener (von später vier Brüdern), in einem Zwischendeck des Lebens, im Unterbewusstsein ständig achtgebend, dass das Leben mich eben nicht zerreißen würde, ich nicht zu viele Flecken aufs Gewand schmierte – und mit meinem „die Mütze ist wohl nicht dein Ernst“ es schaffte, auszukommen.

Wenn man als Mensch und Kind sich in diesem Zustand – noch – befindet (so sehe ich es heute), ist man lose an der Wand des Lebens; verständlicherweise auf keinen Fall noch frei, weil zwangsläufig unter Beobachtung – und sozusagen ein Buschwindröschen, noch isoliert.

Und doch verhielt ich mich im Grunde zum Leben wie ein bis zur Besinnungslosigkeit entfachter Schwärmer. Unzüchtigkeiten in meinem Phantasie-Schloss, Statisten und noch andere Bühnenarbeiter, auf den Brettern meiner Lebensschüler-Bühne, innerlich gerne wegpustend.

Das alles spielte sich recht lange her ab.

Volksgeschichtlich beobachtet freuten sich meine Mitmenschen dort im Umfeld, mit nicht mehr so viel Kloßgefühl im Hals, also weniger Trauer durch Aufhebung der Isolation, paradoxerweise darauf, erneut von anderen totalitär-konfrontativen-Motivationen und Instrumentalisierungen einverleibt zu werden.

Es ist dies relativ lange her.

Aber offene Ohrmuscheln mit Gänsehauteffekt, die bei jemandem das Mozart-Requiem oder Jazzpianostücke von Garner(Errol) hätten hervorrufen sollen, waren nichts für Menschen dieser Zeit und Gegend. Die sich sehr wohl aber am Berichten im Wirtshaus ergötzen könnten, wie drei Rehe am Straßenrand da, von den Scheinwerfern geblendet, standen, als „sie“ nachts auf der Landstraße heimfuhren und sie die Büchse Herrgott nicht mithatten.

Um das so wie heute vehement vorgetragene Thema Glück mit Gänsehauteffekt, Glück als frohe Botschaft zur Menschheitsentwicklung, als Dopamin-Ausschüttung mit dem Effekt eines wärmenden Wohlgefühls, in der Liebe und also in den Beziehungen, ging es damals nicht. Schon eher, eigentlich fast ausschließlich, um Federn gezupft von der Gänsehaut und die Gänse für satte wohlgenährte Mägen gebraten – oder fallweise eben Rotwild, oder anderes vom Metzger.

Mit keinem Gute-Nacht-Lied (das gesehen auch aus meiner Perspektive) wiegte man mehr Kinder in den Schlaf – egal.

Und das war ja eben etwas länger her.

Deutschland versuchte still, dem und im Land, gründlich zu helfen.

Das war sie, die Stimmung meiner Kindheit.

So fühlte sie sich an, dort, wo ich zu Hause war.

Dann deponierte man mich – mit elf – in der nächstgelegenen Stadt in einem Heim, um in dieser Kleinstadt eine Mittelschule (anders genannt Hauptschule), eine eigene Schule – „mit technischem Touch“, die „Technische Vorbereitungsschule“ genannt wurde, zu besuchen.

Diese Entscheidung befasste sich eher mit dem Nervenzustand meiner Eltern und wurde von diesen idealisiert; die Entwicklung meiner Psyche, in meiner gerade seienden Entwicklung aus der Kindheit hin zur Jugend, war gewiss nicht der Grund.

Ich will…, nein besser, ich habe niemanden für etwas zu beschuldigen.

Eltern, und somit auch meine jedenfalls, wussten damals überhaupt nicht, dass ein Kind unglücklich werden kann und das auch aufgrund der Erziehung.

Und ich wusste, genauso wie sie, freilich nichts von etwas wie einem Prozess der Reifung des menschlichen Gehirns in den ganz jungen Jahren und dies wie anhand der Fähigkeiten, positiv-prägende Entscheidungen zu treffen. Vernünftige, für ein gutes zukünftiges Leben.

Werte und Identität und wie man diese über die Kindheitsjahre hinaus entwickeln sollte, lernte ich da in diesem Heim nicht.

Was war denn da-in-dem-Haus für eine emotiv-gestresste repressive Stimmung, und wie ich bereits sagte, man brachte mich da hin mit elf.

Kurz nachdem ich begonnen hatte diese Passage zu schreiben, erkannte ich, dass das worauf ich einzugehen ziele, im Endeffekt mit Kultur zu tun hat – also auch damals hatte. Und davon – oder von bestimmten Stilen dieser – sind oder waren nur bestimmte Familien und somit Eltern betroffen.

Psychologische Probleme oder eine spezielle Schwierigkeit? Ein Kind? Wo/wie damals denn?

Die Mutter war die oberste Erzieherin, welche die sozialen Ideale für ihr Kind/ihre Kinder bestimmte.

Aber zu dieser Zeit war ich mir nicht darüber im Klaren, was meine Mutter dazu bewegte, mich in dieses Heim zu schicken.

Aufgewühltheit?

Egoismus?

Zynismus? …?

Ich lasse die Töpfe von verbranntem Ton jetzt lieber sein; ich liebe auch keine Flammen auf der Zunge.

Eine Tasse voll heißem Tee tut mir jetzt gut.

Ob Heilpflanzen die Linderung von vergangenen Schmerz bewirken? Na gut; vielleicht ein wenig, dieses Mal.

In diesem Kindesalter dachte ich gewiss noch nicht daran, dass ich künftig – womöglich – eine große Aufgabe erfüllen sollte.

In diesem Heim dieser kleineren Provinzstadt tat ich jedenfalls unwillentlich die ersten Schritte – (im ersten Akt) – des Leben draußen; also war dies das erste Mal, wo jedes Wort, jeder Ton und jedes Schweigen ein Verständnis anderer Art als für das, was ich bis dahin gewohnt war, abverlangte – auch dafür, wie man alle diese neuen Schritte tut, (noch) als Kind, ein wenig beschämt im Herzen.

Wie kann ich sagen, dass meine Augen peinlich schauten, weil sie noch keinerlei Absicht hatten? Was wusste ich, der vom einfältigsten Bergdorf, der, welcher an jedem Sonntagabend mit Bus und Zug in dieses Heim gekommen ist, denn schon vom bewussten Sehen!

Beim Themawechseln sage ich, dass sie, die Marcella, nicht das schönste Mädchen der Schule war (es war eine gemischte Schule, ja), das ich im Stiegenhaus damals getroffen habe. Aber ich(!) war so unschuldig und so süß, dass sie, die zwei Jahre reifer war als ich, also (bei Mädchen bereits rege) 13, Interesse an mir insofern bekundete, dass sie mir dort auf einem Podest des Stiegenhauses das für mich allererste auf der Wange flüchtige Küsschen verpasste. Ob sie bereits wusste, was sie tat? Keine Ahnung; bei mir war es ein „oh, was?“, das ich hastig sagte – und bemerkte dann, dass ich, in meinem Kopf und in meinem Ganzen, ordentlich zerrissen war. Ich meinte „Danke“, als wir uns dann Zettelchen austauschten und nicht mehr. Die Antworten waren natürlich schön zu lesen. Aber im Heim wurden sie, diese unschuldigen Botschaften, vom schleimig hinterhältigen Leiter in meinem Nachtkästchen, weil er da drinnen gehörig wühlen musste, gefunden. Sie, das Mädchen, wurde – als ich weiß nicht mehr was alles – arg beschimpft, und ich wurde vom morbiden Pater dem das Heim oblag und von Zuhause hart damit bestraft, dass ich folglich strengstens kontrollierter wurde.

Nun hatte ich etwas über das bewusste Sehen gelernt.

Da wusste ich, noch dazu, auch plötzlich (welch Schule das Leben ist!), was eigentlich theatralisch geschauspielerte Sünden-Zuweisung bedeutet – und war auch plötzlich etwas erwachsener.

Hätte ich damals vieles überrissen, hätte ich gleich gebeten, irgendwo eine Theaterschule besuchen zu dürfen. Aber nein; und weil mich die Küchenchefin, also die Köchin im Heim, so gerne leiden mochte, durfte ich Servietten in Streifen falten und die Speiseraumtische decken – und als Belohnung bekam ich auf meine gesottenen Kartoffeln einen Schuss mehr gutes Olivenöl dazu.

Und… ja, Mahlzeit.

Und alles Mikroplankton noch, als Nahrung für den Geist.

(…)

Präludium:

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Eine Konkave…
damit, nach vielen Lebensrollenbesetzungen, alle ermüdeten Knochen wieder einen Stand verliehen bekommen, während sie sich weiterhin hinters Lenkrad pressen.
Komisch – und komisch fühlt sie sich an, diese Hockstellung; schwierig auch das Gaspedal zu finden – die Bremse, bei der wusste ich immer schon, wo sie war.
Und schaffe es bis zum Supermarkt.
Da fasziniert mich keine Geschichte.
Du hast mir viel besser gefallen – aber Schönheit ist vergänglich.
Eine Weile im Leben kann man ja Kurs halten, vier Wände verschaffen doch ein Ziel – mit Brenn-und-Heizofen und Abendbrottisch; Gymnastikübungen der Seele immer erst später, vorher auf allen Vieren ein Gebet sprechen, nach oben, wohin beziehungsweise zu wem auch immer, und das Glück dann…sollte scheinen wie perfekt.
Ich sabbere, weil ich mich mit der zu heißen Suppe vertan habe.
Ich brauche Englisch, ein Sprachunterricht wäre gut.
Könntest Du etwas leiser sprechen, beim Mir-den-Kuchen-rüber-reichen?
Denn mit geschlossenen Augen, gerade wo anders seiend, lasse ich meinen Finger am Rand des Weinglases kreisen.
Oh ja, ich liebe Dich – wenn auch jetzt lethargisch (… ) finde ich jetzt eine Rosine, die mein ganzes Mitgefühl erntet.
Intimität.
Immerwährende Geburtsstunde des Täglichen.
In Liebe.
Wo ist denn eigentlich der beste Freund?
Vom Stricknadelgeklapper geweckt, entwöhne ich mich vom Garn der Beziehungen? – Go-go-Stiefel stehen dort noch im Flur.
Das Nähkästchen zeigt Hoffnungen die noch offen.
Wer Recht hat, weiß ich nicht: ihr “die anonymen Augen“ immer.
Und über Freundschaft sprechen.
Alle die Nachnamen kenne ich nicht mehr.
Der beste, der erste, der zweitbeste, der alte Freund, der liebste, der gegangene… und Platon.
Freikirchengottesdienste, Glaubensinhalte, Gesichtsbilder und selbstverständliche Zukunft stimmen mich für kurze Zeit friedlich.
Bedeutet das konkret: habe ich keine Trotzphasen mehr?
Riskiere ich, mich zu bekennen? – mit dem Blick auf eine Zukunft, die eine vage Vorstellung bleibt in einem Becken aus Gold? – mit lauwarmem Wasser darin?
Es kreischt jemand – und es riecht nach Restalkohol hier rundherum: ein Umfrageproblem und kein Widerspruch, aber unangenehm, sich immer fürs Anderssein rechtfertigen zu müssen.
Es ist besser ich gebe meine Ernsthaftigkeit in dieser Situation auf.
Wie sehr belüge ich mich selbst? – und welche/wessen Träume lebe ich?
Gravitationswellen und Wahl-Lawinen also – und gefundene sieben…erdähnliche Planeten.

Astronomisch…

wie unsere Zustimmung, wie alle unsere Entscheidungen, gemessen zwischen Individualität und den vielen Konnotationen, die eine echte, modellhafte, repräsentative Demokratie ergeben.

Astronomisch wie unsere Gedanken, die eingebaut im Selbstmodell, das einer Selbsterfahrung gleicht.

Erbsen in der Hülse also.

Man schreitet eine Front ab … und guckt, fein säuberlich, mit geputzten Schuhen, ob man nun sofort umziehen muss oder sollte, weil eine Kollision, der Ursprung dieser, dann doch kleinen, Erkenntnis ist, wie die, beim (Nach)denken was passieren könnte, wenn ein Stein (oder zwei) in einen seichten See plumpst und man sie  d a n n  sieht – die Wellen.
Des gesamten Raumes ist man sich allerdings nicht mehr ganz sicher.
Entwicklungsstand: Wandelbarkeit einer Illusion.
Im Alltag weiterhin aber dumpfe Unzufriedenheit.
Hörst Du in diesem Moment Geräusche?
Ist das Unglaubliche die Wirklichkeit?
Ein Fuhrwerk rollt bergan; dann die Berichte und das Winken.
Von dem Gebräu der Ehre der Empiristen, vielleicht mit weißem Moselwein oder einem Erlesenen aus der Wachau begleitet, koste ich mit der Fingerspitze einen Kleckser.
Dolmetscher übersetzen und man trägt die Vorspeise auf, aufpassend, dass man nicht gerät in eine solche Erregung, die den Frack wieder in die Knie zwingen könnte.
Ein Traum schläft aber nicht.
Einzigartig ist nur das Handeln gegen die Normen.
Wenn die Grundlagen allen Wissens philosophisch uninteressant sind, muss ich dann fragen: was tragen Gravitationswellen zur Vielfalt des täglichen Lebens bei?
Sind Lügen auch Wellen?
Soll ich mir selbst was abkaufen??
Klageton im Wurzelholz, gekachelte Vokabeln, als würde mich alles langweilen und reizen.
Wellen über Wellen, das Leben als Ganzes, besser, als Teil eines größeren Ganzen betrachten… .. . – ?

Das Manuskript – mit seinen 234 Seiten – ist (nun) fertig.

DSC_4379-002

Das bin ich:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Rossi_Sief

und das

http://www.ivo-rossi-sief.at

und das

https://drive.google.com/file/d/1QCJcbtIo8UnMKj7PL9LqtlzGBIuYSyZx/view

 

Ich bin von Vaterseite

Ladiner-Rätoromane – einer aus Fodom

https://de.wikipedia.org/wiki/Fodom

dieses Volk also auch die Ureinwohner von Orten die hier an manchen Stellen umschrieben.

 

und

http://www.ejournal.at

(Klick auf  „literatur.primär“ oder „ak.tu.ell“ – links ganz oben)

>  >  >

20180924_100555

Aktuell wird dieses Buchprojekt durch Arbeitsbeiträge Jahr 2018 über das

 Bundeskanzleramt Österreich/Abt.Literatur

und

über Amt für Kunst und Kultur des Landes Tirol    subventioniert.

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